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kommunizieren funktioniert nicht.“ Gesamtkonzepte sind
heute gefragt, die verschiedene Kommunikationsbedürfnis-
se und -kanäle berücksichtigen, die nicht nur informieren,
sondern auch einbinden, die nicht nur schönreden, sondern
auch kritische Themen zulassen. Dabei wird das Zusammen-
spiel zwischen den intern Zuständigen und den auf interne
Kommunikation spezialisierten Agenturen immer wichtiger.
N I C H T N U R F Ü R D I E G R O S S E N
Das betrifft nicht nur große Unternehmen. Auch Mittelbe
triebe sind immer stärker gefordert, etwas für die Bindung
der Mitarbeiter ans Unternehmen zu tun. In einigen Jahren
wird in Österreich aufgrund der Überalterung der Gesell-
schaft ein regelrechter Kampf um die besten Arbeitskräfte
herrschen. Führmann und Schmidbauer raten, schon ab
40 oder 50 Mitarbeitern ein einfaches Konzept erstellen zu
lassen, das Kommunikationsziele und -maßnahmen festlegt,
die zur jeweiligen Unternehmenskultur passen. Regelmäßige
institutionalisierte Kommunikation über Mitarbeitergesprä-
che, Betriebsversammlungen, aber auch Newsletter oder
Intranet sind dabei die gängigsten Mittel.
B A U S T E I N E F Ü R K L E I N A U F L A G E N
Ab einer Unternehmensgröße von 300 bis 400 Mitarbeitern
kann ein Printmagazin ein wichtiges strategisches Instru-
ment zur Mitarbeiterinformation und -motivation sein. Auf
Corporate Publishing spezialisierte Agenturen bieten Bau-
steine an, die dem Medium die nötige Professionalität verlei-
hen: im Textbereich den Zukauf einzelner Texte und Repor
tagen oder den letzten Feinschliff der inhouse erstellten
Texte. In der Grafik kann es so weit gehen, dass CP-Profis
Templates erstellen, die dann Ausgabe für Ausgabe vom Un-
ternehmen selbst mit Inhalt gefüllt werden. Im Digitaldruck
können die Kleinauflagen kostengünstig produziert werden.
In großen Unternehmen wird es immer wichtiger, verschie-
dene Kanäle möglichst effizient miteinander zu verbinden.
„Dass es einen Trend hin zum crossmedialen Magazin gibt,
ist nur logisch. Print liefert Hintergrundinformationen und
ist Ausdruck besonderer Wertschätzung. Digitale Kanäle
ergänzen mit Aktualität und Interaktivität“, erklärt Andrea
Höbarth, Agenturleiterin des Corporate-Publishing-Spezi-
alisten Egger & Lerch. Dabei sollte man nicht ständig auf
schnelle neue Trends setzen, sondern genau abwägen, was
langfristig sinnvoll ist. Apps haben sich beispielsweise in
M O V E B E W E G T
D I E O M V - M I TA R B E I T E R
Die OMV ist nicht nur das größte börseno-
tierte Industrieunternehmen Österreichs,
sondern beschäftigt weltweit auch rund
27.000 Mitarbeiter. Um diese miteinander zu
verbinden, erscheint viermal im Jahr das Mit-
arbeitermagazin
move
mit einer Auflage von
ca. 13.500 Exemplaren in Deutsch und Eng-
lisch. Der Ansatz des von Styria Multi Media
Corporate gestalteten und produzierten
Magazins: Mitarbeiter stellen den Kollegen
„ihre“ OMV vor. Mit vielfältigen Geschichten
spannt
move
so den Bogen zwischen den
verschiedenen Divisionen, Kulturen und
Ländern sowie Arbeitern und Angestellten,
Alt und Jung, lokal und global.
Ein bis zwei Mal im Jahr erscheint mit
move XXL
eine Sonderausgabe des Magazins,
das sich monothematisch ausführlich einem
zentralen Unternehmensthema widmet. Jede
Ausgabe ist durch ein eigens entwickeltes
grafisches Konzept auch visuell einzigartig.
So widmete sich z.B. das
move XXL
„Diver-
sity“ dem Thema „Vielfalt“ in der OMV. Die
Ausgabe stellt die individuellen Geschichten,
Sichtweisen, Interessen und Leidenschaften
der Mitarbeiter in den Mittelpunkt. Um das
Thema „Vielfalt“ auch visuell zu vermitteln,
zeigen „Wort-Illustrationen“ die persönlichen
Eigenschaften aller im Heft vorgestellten
Personen.
WenndieChemie stimmt
usannDemirhan (20)und
SarahBurger (22) sind zwei
normale jungeFrauen:Sie in-
teressieren sich fürChemie,
tragendenBlaumannmitdemselben
SelbstbewusstseinwiehübscheKlei-
der, trainierenKampfsportund treten
beimittelalterlichenSchwertkampf-
Shows auf.Manfindetdiebeiden
LehrlingederChemieverfahrenstech-
nikbeiderOMVAustria vorderRek-
tifikationsanlage imBildungszentrum
Gänserndorf.Dort–oderbeimPrak-
tikum inderRaffinerieSchwechat–
lernen sie,Erdöl inNebenprodukte
umzuwandeln.AufdieFrage,ob sie
alsFrauen in einerbisdato frauen-
untypischenAusbildung andersbe-
handeltwerden als ihremännlichen
Kollegen, erntetmanbeiden jungen
DamenVerwunderung: „Wir alle
wollen gleichbehandeltwerden.
Wirhabenuns fürdieseAusbildung
entschieden,weilunsChemieund
Naturwissenschaften interessieren,
nichtweilwirunsVorzügeaufgrund
unseresGeschlechtserwarten“,erklärt
SusannDemirhanüberzeugt. Ihr liegt
besondersdieZusammenarbeitdes
Lehrjahres,dasvier jungeFrauenund
13Burschenbesuchen,amHerzen:
„Würdenwirandersbehandeltwer-
den,hättedas sicherEinflussaufunser
gutesTeamwork“, sagt sie,dienach
einerabgeschlossenenLehrezurBüro-
kauffrau ihrennaturwissenschaft-
lichenWissensdurst stillt.
SusannDemirhan,SarahBurger,
ihreKollegen,KolleginnenundAus-
bildner sind guteBeispieledafür,wie
MännerundFrauen ganz selbstver-
ständlich einennaturwissenschaft-
lich-technischenBerufohne ge-
schlechterspezifischeUnterschiede
erlernen–oder? „Zugegeben, als
Mädchen solltemannicht zimper-
lich sein. Ich glaube,dieBurschen in
unsererKlasse sind zumTeil schüch-
terner alswirMädchen.Wirwissen
eben,wieman sichdurchsetzt“,
erklärtSarahBurger schmunzelnd.
Dass siehier ist,hat sieneben ihrem
naturwissenschaftlichenTalent auch
ihremBruder zuverdanken. „Er
kenntmich sehrgutundhatmir,
nachdem ichnachmeiner abgeschlos-
senenLehre alsPferdewirtschaft-
Facharbeiterinkeinen Jobgefunden
habe,vorgeschlagen,mich zubewer-
ben.Erist schon seiteinigen Jahren
Chemieverfahrenstechniker inder
RaffinerieSchwechatundwirddort
bald auchmeinArbeitskollege sein.“
Wie aber istes fürSusann
Demirhan,die auseinerFamilie
stammt, inderFrauen ineinem tradi-
tionell frauentypischenBeruf– als
Krankenschwestern– arbeiten? „Eine
Verwandtehatmich aufdieAusbil-
dung aufmerksamgemacht“, sagt sie.
„MeineganzeFamilieunterstützt
mich, immerhinwar ich schon immer
technischundhandwerklichbegabt.
Aber fürmanch alteFreundinwares
schwer zubegreifen,dass ichdiesen
Wegeinschlage.Doch ichhabe in
meinemLehrjahr sehrguteFreun-
dinnenundFreundegefunden,mit
denen ichmeineLeidenschaft für
Chemie teilenkann.“
S
ouraSaidiAyari,LeadGeophysicistbeiderOMV
Tunesien (E&P), ist eine ruhigeund zurückhaltende
Frau,die genauwusste,was sie tat, als sie vor 14 Jahren
nach ihremAbschluss in angewandterGeophysik ihren
ersten Job alsLeiterin einerBohrkampagnebeim tunesischen
ÖlkonzernETAP antrat. „Ichwerdeden erstenTag aufdem
Ölfeldnie vergessen.MeinVorgesetzterhatte einenMann er-
wartet–und alsmeineKolleginund ich auftauchten, schaute
erbuchstäblich anuns vorbei.LetztenEndeswar es trotzdem
eine großartigeErfahrungund ichhabe viel von ihm gelernt.
Aber eswar fürbeideSeiten gewöhnungsbedürftig.“
UnterstützUng istAlles
AlsFrauund auch aufgrund ihrer Jugendhatte esNouraSaidi
Ayarinicht immer leicht.Ganz amAnfang ihrerTätigkeit sah
sie sich etwamitProblemen auf einerBohrstationkonfron-
tiert:DasEquipmentwarbereits vorOrt,dochNouraSaidi
Ayari stellte fest,dassderStandort selbst suboptimalwar.
„Zuerstwusste ichnicht,wie ichdamitumgehen sollte.Glück-
licherweisekannte ich JomaaFriha,meinenVorgesetzten,
schon
vonderUniversität.Ersetzte sichmitmirhinundhörte
sich inRuhemeineBedenken an.Mit seinerHilfekonntenwir
danndienotwendigenKorrekturen vornehmen. Ichhabe ihm
einen großenTeilmeinesberuflichenErfolges zu verdanken,
sowohl in seinerRolle alsLehrer als auch alsManager.“
ImLeben, istNouraSaidiAyariüberzeugt,gehtesvor allem
umVertrauenundRespekt.Als sie sich in jungen Jahren fürein
Internat anmeldete,um auch ihrEnglisch zuperfektionieren,
hatte siedasvolleVertrauenunddieUnterstützung ihrerEl-
tern.EineZeit,die,wie sichherausstellen sollte,dieGrundlage
für ihre spätereKarriere legte. „Wenndu inTunesien indeinem
Studiumerfolgreichbist, istesganzegal,obdueinMädchen
odereinBubbist–deineFamiliewirddich in jedemFallunter-
stützen. IchhabedieErfahrunggemacht,dassMädchenoft
härter arbeitenalsBubenundbessereNoten schreiben.Diese
harteArbeitmacht sichdann imBerufslebenbezahlt.“Das,
glaubtdie39-Jährige, ist auchderHauptgrund fürdieTatsache,
dass inTunesienmittlerweileerstaunliche60Prozent allerAb-
solventenundAbsolventinnenderErdöl-WissenschaftFrauen
sind,vondenenvieleeineglänzendeKarrierevor sichhaben.
DiePersPektiveeinerMUtter
Es scheint also, alswäre es fürFrauen inTunesien einfacher als
in anderenLändern, eineAusbildung zu erhaltenund einen
guten Job zufinden.Dochder eigentlicheKampf fängt erst an,
wenn sie eineFamilie gründenwollen. „Wenndu schwanger
wirstunddannnachderKarenz zurückkommst,kann es sehr
schwer fürdichwerden.“NouraSaidiAyarihat selbst zwei
Söhne,der eine istbereits 12 Jahre alt,der andere geradeüber
ein Jahr.Als sienach ihrer erstenKarenz indieArbeit zurück-
kehrte, erzähltNouraSaidiAyari,hatte siedasGefühl, sie
müsse sich immerwieder aufsNeuebeweisen.Fast so, als
würdeman ihrdieberuflichenKompetenzen absprechen,nur
weil sienunMutter einesKindeswar.Seit2005 arbeitetNoura
SaidiAyari fürdieOMV–und ihreSituationhat sichdeutlich
verbessert.Siehat einTeam,das sieunterstützt, anstatt ihr
Hürden indenWeg zu legen. „Beiuns geht es vielumZusam-
menarbeitundKommunikation.Hierkann ich arbeiten, auch
wenn ich geradenicht vorOrtbin.“Da siekeineVerwandten
inTunishat, ist sieoft auf ihre eigenenorganisatorischen
FähigkeitenunddieHilfe vonFreunden angewiesen– etwa,
wenn einesderKinderkrank ist.Und ja– abund ankommen
auchNouraSaidiAyariZweifel,ob sie in ihremLeben immer
die richtigenEntscheidungen getroffenhat. „Natürlichmuss
ichOpferbringen.Geradewenn ichunter großemDruck
stehe, frage ichmichoft,was eigentlich an ersterStelle steht–
dieArbeitodermeineFamilie?Es istnicht immer leicht,
zwischenArbeitundFamilienlebenhin-undherzuswitchen.“
Vor allemwegen ihrer sozialenwieberuflichenFähigkeiten ist
NouraSaidiAyari vonderOMV abernichtmehrwegzuden-
ken.Undwiebeschreibt sie selbst ihreStärken? „Frauen sind
vonNatur aus tough.Gleichzeitigkönnen sie aber auch ein
Gefühl vonFamilie vermitteln.“
vonnaturaus tough
N
SusannDemirhanundSarahBurger
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Immermehr Frauenerkennen ihre Leidenschaft für technischeBerufeundgehenmitgutem
Beispiel voran:UnsereHauptdarstellerinnen sindEntdeckerinnen ihrerBranche, repräsentieren
denOMVKonzernandenunterschiedlichstenPlätzenderWeltund sindambitioniert,erfahren,
souveränundmutig.Nachahmungempfohlen.
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isT weiblich
nourasaidiAyari
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