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M I TA R B E I T E R KO MM U N I K AT I O N

Rezepte gegen

die Gerüchteküche

Getratscht wird immer. Selten aber entspricht das, was in der Gerüchteküche

ausgekocht und beim Kaffeeplausch in der Kantine durchgekaut wird, den

Kommunikationszielen eines Unternehmens. Rezepte oder besser gesagt Konzepte

sind gefragt, welche die interne Kommunikation auf ein ähnlich hohes Niveau hieven,

wie sie die externe meist schon hat.

Von Florian Streb

Die Anforderungen an gute Unternehmenskommuni-

kation sind in den letzten Jahren enorm gewachsen.

Unterschiedliche Kanäle, Dialog statt Einwegkom-

munikation, Content Marketing statt klassischer

Werbung – all das hat zu einer starken Professiona-

lisierung geführt, jedenfalls im Bereich der externen

Kommunikation. Im Bereich interne Kommunikation

ist Österreich eher ein Nachzügler. Etwa die Hälfte

der 500 größten heimischen Unternehmen hat, nach

einer Studie von Sabine Sikor-Petz an der Donau-Universität Krems, keinerlei Konzept dafür, sondern

macht, was eben gerade anzustehen scheint. Nur

etwa 30 Prozent leisten sich eine eigene Abteilung für

interne Kommunikation.

Besonders oft ist die interne Kommunikation in Öster-

reich in die Personalabteilung integriert, manchmal ist

sie Sache des Marketings. Viele Zuständige für inter-

ne Kommunikation sind daher gelernte Betriebs- oder

Volkswirte. Eine Ausbildung zum internen Kommunika-

tor gibt es aber ohnehin noch nicht, bestenfalls dort

oder da einen Fortbildungskurs. Auch das Aufgaben-

feld ist nicht klar umrissen.

Trotz des Dornröschenschlafs mancher Unternehmen

gilt: Der Bedarf an guter interner Kommunikation

steigt. Unternehmen wachsen und schrumpfen, fusio-

nieren und teilen sich, wechseln ihre Strategie. „Wenn

die Situation für die Mitarbeiter unübersichtlich wird,

gewinnt Information an Bedeutung“, sagt Klaus

Spachmann, Kommunikationswissenschafter der

Uni Hohenheim, „aber brachial von oben nach unten

B I T T E E I N M A L H I N D I ,

D E U T S C H U N D TA M I L

Die Mitarbeiter des internationalen

Magna-Konzerns leben in den unter-

schiedlichsten Kulturen. Da braucht es

für eine gemeinsame Konzernidentität

starke verbindende Elemente, die

weltweit hohe Akzeptanz genießen.

Eines der Kommunikationsflaggschiffe

bei Magna ist die Mitarbeiterzeitung,

die in 17 Sprachen erscheint. „Unser

Magna People

ist ein Kommunikations-

werkzeug, mit dem wir die Mitglieder

der ,Magna Family’ auf der ganzen

Welt auf dem Laufenden halten“, sagt

Lisa Klikovich von Magna International

Europe AG. Gelesen wird schließlich

überall. Und über das Mitarbeiterma-

gazin ist man auch überall dabei – von

Kanada bis Indien, auf Deutsch oder

in Tamil.

Organisiert wird das alles von Öster-

reich aus, wo Starmühler Agentur &

Verlag für die gesamte Umsetzung

verantwortlich zeichnet. Nur das

englischsprachige „Ur-Magazin“ kommt

aus Kanada. Alle Übersetzungen, das

Layout in 17 Sprachen und der Druck

der 40.000 Exemplare sind Angelegen-

heit der Wiener Agentur. Dass dabei

einige exotisch anmutende Schriften

zum Einsatz kommen, ist für Starmühler

kein Problem. Auch den Versand an

ca. 170 Magna-Standorte rund um den

Globus organisiert der Verlag.

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