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C R O S S M E D I A

ausschließlich gedruckte Medien produziert haben, denken

oft nicht über Printgrenzen hinaus und bleiben, wie Höbarth

schildert, „beim Denken in einzelnen Ausgaben“. Dabei gäbe

es online viel mehr Möglichkeiten: Platz ist kein Problem,

schon gar nicht bei Weblösungen, die nicht lokal herunter-

geladen werden müssen. Dem Einsatz von großen, hochauf-

lösenden Fotos und Videos oder interaktiven Elementen wie

Umfragen und verschiedenen Feedbackmöglichkeiten steht

nichts mehr im Weg.

Ü B E R D E N T E L L E R R A N D

Das dieses Jahr als „Best of Corporate Publishing“ ausge-

zeichnete Crossmedia-Konzept von Hoffmann und Campe

Corporate Publishing für den großen deutschen Auto-

mobilzulieferer ZF Friedrichshafen zeigt, wo derzeit die

Vorreiter unterwegs sind: Die Agentur ist für Konzept und

Umsetzung des Unternehmensmagazins

drive

, die dazu-

gehörige drive-App, die Mitarbeiterzeitung

we>move

und

das ZF-Magazin Online verantwortlich (siehe Kasten auf

Seite 20). „Wir denken Crossmedia immer von Anfang an mit:

Schon bei der Konzeption eines Projekts ist es sehr wichtig,

die Contentstrategie und die Medienstrategie an den Kun-

denbedürfnissen auszurichten“, sagt Agentur-Chef Christian

Breid. Denn auch hier gilt, wie im gesamten Content Mar-

keting: Ohne Kommunikationsstrategie macht Crossmedia

keinen Sinn. Kein Zufall also, dass sich in den vergangenen

Jahren in Deutschland wie in Österreich Spezialagenturen

durchgesetzt haben, die strategisch beraten und professio-

nellen und kanalgerechten Content produzieren können.

Doch Crossmedia stellt nicht nur hohe Anforderungen an die

Agenturen, sondern auch an die Kunden selber. Unterneh-

men müssen – wenn sie es bis jetzt noch nicht sind – in ihrer

Kommunikation und oft auch in ihrer Struktur offener wer-

den. „Die Unternehmenskommunikation muss immer flexibler

werden“, sagt Andreas Stuber von den Schweizerischen

Bundesbahnen (SBB). Sein Unternehmen hat die Trennung

in interne und externe Kommunikation über Bord geworfen

– und ist damit erfolgreicher als je zuvor (siehe Interview auf

Seite 21).

Content takes the lead – davon ist auch der deutsche

Experte Christian Fill, Geschäftsführer von BurdaCreative,

überzeugt: „Wer die Inhalte beherrscht, kann auch eine

Content-Strategie entwickeln. Diese wird ausgehend von

den Botschaften einer Marke entwickelt, setzt auf definier-

ten Zielgruppen und messbaren Kenngrößen auf und führt

zu miteinander verknüpften Medien. Den einzelnen Medien

werden der Nutzungssituation entsprechend spezifische

Aufgaben zugewiesen; die Resonanz wird gemessen, die

Analyse ausgewertet und direkt an die weitergehende

Content-Produktion gespielt. So entsteht ein Kreislauf, der

direkt in den Erfolg mündet.“ Und darum geht es ja für alle

Unternehmen schlussendlich.¶

R E S P O N S I V E S W E B D E S I G N

Dabei handelt es sich um ein gestal-

terisches und technisches Paradigma

zur Erstellung von Websites, sodass

diese auf Eigenschaften des jeweils

benutzten Endgeräts, vor allem Smart-

phones und Tablet-Computer, reagieren

können. Der grafische Aufbau einer

„responsiven“ Website erfolgt anhand

der Anforderungen des jeweiligen

Gerätes, mit dem die Site betrachtet

wird. Das betrifft insbesondere die

Anordnung und Darstellung einzelner

Elemente wie Navigationen, Seitenspal-

ten und Texte, aber auch die Nutzung

unterschiedlicher Eingabemethoden

wie Maus oder Touchscreen. Das heißt,

je nach Endgerät passt sich das Design

optimal an.

M E D I E N N E U T R A L E S P U B L I Z I E R E N

Die Steinzeit bei Crossmedia liegt noch

gar nicht lange zurück: Man erstellte

Inhalte für Printmagazine, kopierte sie

in ein Textverarbeitungssystem und im-

portierte sie manuell in Web-CMS. Mit

jedem einzelnen Arbeitsschritt entsteht

dabei eine neue potenzielle Fehler-

quelle. Moderne und leistungsfähige

Redaktionssysteme und CMS setzen

heute auf die XML-Schnittstelle – egal,

für welches Medium man produziert,

die Inhalte lassen sich zentral erstellen,

verwalten und ausspielen.

WA S I S T

E I G E N T L I C H . . .

?

Der Blick über

den Teller-

rand. Jeder

Inhalt passt in

verschiedene

Gefäße. Neu

zubereitet.

...