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C R O S S M E D I A

„Was extern

kommuniziert

wird, wirkt

intern – und

umgekehrt.“

Ohne starre Gleise ist ein Bahn-

betrieb nicht denkbar – ganz im

Gegensatz zur Kommunikation

darüber. Denn die muss immer

flexibler werden, sagt Andreas

Stuber von den Schweizerischen

Bundesbahnen (SBB). Sein Unter-

nehmen hat daher die Trennung in

interne und externe Kommunikation

über Bord geworfen.

Herr Stuber, Sie sind Leiter der

Integrierten Kommunikation der

SBB, also sowohl für interne

als auch externe Zielgruppen

zuständig ...

S T U B E R :

Das Kommunikations-

verhalten der Menschen ändert

sich rasch, gerade auch mit den

sozialen Medien. Externe und

interne Kommunikation wachsen

immer mehr zusammen: Was

extern kommuniziert wird, wirkt

intern und umgekehrt. Die Themen

sind ja vielfach die gleichen.

Verschieden sind hingegen die

Anspruchsgruppen mit ihren

jeweiligen Informationsbedürfnis-

sen. Auf dieser Klaviatur spielt die

Integrierte Kommunikation.

Wie funktioniert denn diese

Integration in der Praxis?

Wir gehen viele Themen nun

wirklich gesamtheitlich an. Ein

Beispiel: Die Mediensprecherin, die

Journalisten kürzlich zusätzliche

Lawinenverbauungen auf der Gott-

hardlinie zeigte, schrieb auch gleich

den Text dazu auf dem internen

News-Kanal. Angeregt hatte die

Geschichte der Leiter der internen

Crossmedia-Redaktion während

unserer täglichen Telefonkonferenz

der Integrierten Kommunikation.

Wie ist die Idee entstanden, die

interne und die externe Kommu-

nikation zusammenzuführen?

I N T E R V I E W M I T

Erste Diskussionen führten wir

bereits vor zwei Jahren. In einem

ersten Schritt haben wir in der

damaligen internen Kommunika-

tion eine Crossmedia-Redaktion

geschaffen. Redakteure, die

vorher ausschließlich die Mitarbei-

terzeitung verantworteten, über-

nahmen auch News-Texte für das

Intranet oder Kaderinformationen

– ganz nach dem Motto „Content

first“. Die Weiterentwicklung zur

Integrierten Kommunikation war

da nur folgerichtig.

Ging es dabei auch um

Effizienz und Kosten?

Effizienz und Kosten spielen

immer eine Rolle; denn niemand

hat unendlich viele Ressourcen

zur Verfügung. Aber die strate-

gischen und inhaltlichen Fragen

standen klar im Vordergrund. Die

SBB steht wie sonst kaum ein

Schweizer Unternehmen im Fokus

der Öffentlichkeit. Zugleich stehen

in den nächsten Jahren tiefgrei-

fende Veränderungen an, nämlich

der Wandel vom ehemaligen

Staatsbetrieb zu einem modernen,

kundenorientierten Unternehmen.

Das geht nur mit überzeugten

Führungskräften und Mitarbei-

tenden sowie mit zufriedenen

Kunden und mit Steuerzahlern

und Politikern, die Verständnis

haben fürs Unternehmen.

Wie lief die Neuorganisation –

gab es intern nur Zustimmung?

Skeptiker gibt es immer, wenn lieb

gewonnene Abläufe angepasst

werden und Aufgaben sich

verändern. Die Mitarbeitenden auf

solche Reisen mitzunehmen, ist

matchentscheidend.

Hat sich wirklich so viel

geändert an den Aufgaben?

Eindeutig. Die Mitarbeitenden müs-

sen sich immer wieder mit neuen

Fertigkeiten vertraut machen. Zum

Schreiben von Artikeln kommt

die Produktion von Videos hinzu

oder das Fotografieren. Mit dem

Schreiben hört die Arbeit nicht

auf, auch die Kommentare der

Mitarbeitenden wollen beantwortet

werden und so weiter. Gleichzeitig

sind weiterhin Spezialkenntnisse

gefragt, zum Beispiel von Medien­

sprechern oder von Magazin­

produzenten. Das ist im Alltag

häufig ein Spagat.

Würden Sie anderen Unerneh-

men generell empfehlen, interne

und externe Kommunikation als

Einheit zu betrachten?

Unsere Erfahrungen sind auf

jeden Fall positiv. Denn es macht

einen Unterschied, ob Intern und

Extern nebeneinander laufen oder

echt zusammen sind.

Bei der Mitarbeiterkommu­

nikation planen Sie eine kleine

Revolution ...

Ja, wir werden bis Ende 2015 einen

Quantensprung machen: Als erstes

großes Unternehmen in der

Schweiz rüsten wir bis dahin alle

Mitarbeitenden mit Smartphones

oder Mini-Tablets aus. Damit

werden erstmals alle rasch und

direkt erreichbar sein, etwa über

die eigens entwickelte SBB-News-

App. Selbstverständlich geht es

bei dieser Investition um mehr als

interne Kommunikation: Wir wollen

unseren Kunden einen super

Service bieten, beispielsweise bei

Störungen, und die Geräte als

Arbeitsmittel im Alltag einsetzen.

Gut erreichbare und informierte

Mitarbeitende sind dabei zentral.

Andreas Stuber,

Schweizer

Bundesbahnen