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PERSPEKTIVEN 01|2015

LEBEN

MEHRWERT

Erste

viennacontemporary

Es ist eine Premiere, auf die sich dieWiener

Kunstszene besonders freut:Vom24. bis27.

September findet die internationale Kunstmesse

viennacontemporary unter der Leitung von Chris-

tina Steinbrecher-Pfand in derMarxHalle statt.

Dort treffen Sammler, Experten und Kunstlieb-

haber aus allerWelt zusammen, um die große

Auswahl an zeitgenössischer Kunst undGalerien,

die heimische und internationale Künstler prä-

sentieren, zu erleben. Ergänztwird dasMesse-

programm durchweitereAusstellungen und

Veranstaltungen in renommierten Institutionen

der Stadt.

www.viennacontemporary.at

Kauri,Gold

undCybercoins

Geld regiert dieWelt – und kommt dabei in den

unterschiedlichsten Formen vor. Eine Sonderaus-

stellung imGeldmuseum derOesterreichischen

Nationalbank, die noch bis Jänner2016 läuft,

widmet sich den verschiedenen Zahlungsmitteln,

die sich auf demWeg vom Tauschhandel zur

vernetztenWeltwirtschaft entwickelt haben. Zu

sehen ist eine breite Palette anBanknoten, dar-

unter Scheine aus ausgefallenenMaterialienwie

Stoff, Leder oderHolz und Kuriositätenwie extre-

men Klimabedingungen trotzendeHybrid- und

Polymerbanknoten ausNepal undAustralien.

Auch ungewöhnliche Tauschobjekte, der bargeld-

lose Zahlungsverkehr und virtuelleWährungen

werden thematisiert.

GeldmuseumderOesterreichischenNationalbank,

Otto-Wagner-Platz3,1090Wien

©www.bigshot.at/Christian Jungwirth

©Geldmuseum derOeNB

Foto:Herbert Lehmann

Private_Banking_Mag_115.indd 20

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SERVICE

Vererben

wird flexibler

EXPERTISE

NeueEU-Verordnung zum internationalenErbrecht:

Wer ausländischer Staatsbürger ist, imAusland lebt

oderdortBesitzhat, sollteüber eineAktualisierung

seinesTestamentsnachdenken.

VON ELKEWILLI

Heute inRom,morgen inMadrid:Wirwerden

immermobiler.Dem trägteineneueEUVer­

ordnung zum internationalenErbrechtRech­

nung.Sie regelt,welchesErbrechtbeiErbfäl­

lenmitAuslandsbezugangewendetwird.Die

Bestimmunggilt inallenEUStaatenaußer

Großbritannien, IrlandundDänemark.Bisher

wardieStaatsbürgerschaftdesErblassers für

dasanzuwendendeRecht relevant,esgaltalso

SebastianSinnesfreuderzählt,

warumdieAktualisierung von

Testamentennach Inkraft-

tretenderEU-Erbrechtsver-

ordnung sowichtig sein kann.

MeinOnkel Karl ist österrei-

chischer Staatsbürger, lebt

jedoch seit einigen Jahren auf

seinem kleinenWeingut in der

Toskana. Seinen Kindern hat er

längst große Teile seinesVer-

mögens überschrieben.Das

Weingut in der Toskana aber

soll ich bekommen – immerhin

bin ich sein Lieblingsneffe.Die

Kinder vonOnkel Karl haben

hierfür einenPflichtteilsverzicht

unterschrieben.

DochHalt! Künftig gilt fürOnkel

Karls Erbschaft nichtmehr

automatisch österreichisches

Recht, obwohl Karl österreichi-

scher Staatsbürger ist. Plötzlich

gilt italienischesRecht,weil

Karl in der Toskana seinen Le-

ElkeWilli ist Spezialistin

fürVermögensweitergabe

imBankAustriaPrivate

Banking. Sie steht für

Beratungsgespräche

gemeinsammitder

PrivateBankingKunden-

betreuerinbzw.dem

PrivateBankingKunden-

betreuer zurVerfügung.

dasStaatsangehörigkeitsprinzip.Nunmehr ist

dasRechtdesStaatesmaßgebend, inwelchem

derErblasser zumZeitpunkt seinesTodes sei­

nengewöhnlichenAufenthalthatte.Dasnennt

sichAufenthaltsprinzip.Davonbetroffen ist

sowohldasbeweglichealsauchdasunbeweg­

licheVermögen,alsobeispielsweise Immo­

biliendesErblassers.DieBestimmungdes

letztengewöhnlichenAufenthalts sollaufdem

Lebensmittelpunktbasieren,wobeidieser

anhandeinerGesamtbeurteilungderLebens­

umständedesErblassers festzustellen

ist.Da

derLebensmittelpunktnichtkonkretdefiniert

ist,esalsokein soeindeutigesAnknüpfungs­

kriteriumgibtwiebeiderStaatsbürgerschaft,

könnteeshierDiskussionsbedarfgeben.

Werwill,dassweiterhindasErbrecht jenes

Landesgilt,dessenStaatsbürgerer ist,muss

dies in seiner letztwilligenVerfügung fest­

halten.Personen,derenLebensmittelpunkt

nichtmitderStaatsbürgerschaft identisch ist,

sollten sichberaten lassen,welcheRegelung

die jeweilsgeeignetere für sie ist.Dasbetrifft

vorallemFragen zudennational sehrunter­

schiedlichenPflichtteilundErbquotenRege­

lungen.AuchwenndieVerordnungerst für

Todesfällenachdem 17.August2015 inKraft

tritt,kann schon jetzteineRechtswahl testa­

mentarischverfügtwerden.

Nachlasszeugnis spartZeitundGeld.

Erleich­

terungen im internationalenErbrecht solldas

EuropäischeNachlasszeugnisbringen,das

ebenfalls inderErbrechtsverordnunggere­

gelt ist.EsweistErben,Vermächtnisnehmer

undNachlassverwaltereuropaweitals solche

aus.Bishermussten teilweisekostenpflichtige

DokumenteausmehrerenLändernangefor­

dertwerden,damitmanRechtebeiBehörden

geltendmachenkonnte.

bensmittelpunkt hat. In Italien

allerdings gibt es keinen Pflicht-

teilsverzicht.Meine Cousins

könnten nachOnkel Karls Tod

also Forderungen stellen.

Bestimmtwürden sieOnkel

KarlsWillen respektieren – aber

sicherheitshalber hatmein

Onkel jetzt sein Testament

geändert und verfügt, dass

österreichisches Erbrecht ange-

wendetwerden soll. Somit gilt

der Pflichtteilsverzicht und

das kleineWeingutwird eines

Tagesmir gehören.

PRAKTISCH

T

Nunmehr ist dasRecht des Staatesmaßgebend, inwelchem der

Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes seinen gewöhnlichenAufent-

halt beziehungsweise Lebensmittelpunkt hatte.Davon betroffen

ist sowohl das bewegliche als auch das unbeweglicheVermögen,

also beispielsweise Immobilien des Erblassers.Der Lebensmittel-

punkt ist „anhand einerGesamtbeurteilung der Lebensumstände

des Erblassers festzustellen“ – es gibt also kein so eindeutiges

Anknüpfungskriteriumwie bei der Staatsbürgerschaft, könnte es

hierDiskussionsbedarf geben.

Nunmehr ist dasRecht des Staatesmaßgebend, inwelchem der

Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes seinen gewöhnlichenAufent-

halt hatte.Das nennt sichAufenthaltsprinzip.Davon betroffen ist

sowohl das bewegliche als auch das unbeweglicheVermögen, also

beispielsweise Immobilien des Erblassers.DieBestimmung des

letzten gewöhnlichenAufenthalts soll auf dem Lebensmittelpunkt

basieren,wobei dieser anhand einerGesamtbeurteilung der

Lebensumstände des Erblassers festzustellen

ist.Da

der Lebens-

mittelpunkt nicht konkret definiert ist, es also kein so eindeutiges

Anknüpfungskriterium gibtwie bei der Staatsbürgerschaft, könnte

es hierDiskussionsbedarf geben.

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PERSPEKTIVEN 01|2015

LEBEN

MEHRWERT

Erste

viennacontemporary

Es ist eine Premiere, auf die sich dieWiener

Kunstszene besonders freut:Vom24. bis27.

September findet die internationale Kunstmesse

viennacontemporary unter der Leitung von Chris-

tina Steinbrecher-Pfand in derMarxHalle statt.

Dort treffen Sammler, Experten und Kunstlieb-

haber aus allerWelt zusammen, um die große

Auswahl an zeitgenössischer Kunst undGalerien,

die heimische und internationale Künstler prä-

sentieren, zu erleben. Ergänztwird dasMesse-

programm durchweitereAusstellungen und

Veranstaltungen in renommierten Institutionen

der Stadt.

www.viennacontemporary.at

Kauri,Gold

undCybercoins

Geld regiert dieWelt – und kommt dabei in den

unterschiedlichsten Formen vor. Eine Sonderaus-

stellung imGeldmuseum derOesterreichischen

Nationalbank, die noch bis Jänner2016 läuft,

widmet sich den verschiedenen Zahlungsmitteln,

die sich auf demWeg vom Tauschhandel zur

vernetztenWeltwirtschaft entwickelt haben. Zu

sehen ist eine breite Palette anBanknoten, dar-

unter Scheine aus ausgefallenenMaterialienwie

Stoff, Leder oderHolz und Kuriositätenwie extre-

men Klimabedingungen trotzendeHybrid- und

Polymerbanknoten ausNepal undAustralien.

Auch ungewöhnliche Tauschobjekte, der bargeld-

lose Zahlungsverkehr und virtuelleWährungen

werden thematisiert.

GeldmuseumderOesterreichischenNationalbank,

Otto-Wagner-Platz3,1090Wien

©www.bigshot.at/Christian Jungwirth

©Geldmuseum derOeNB

Foto:Herbert Lehmann

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(„Wir müssen dem Säbelzahntiger entkommen, weil wir

überleben wollen. Er muss uns erwischen, damit er Futter

kriegt und überlebt“ – eine auf beiden Seiten existenziel-

le Angelegenheit.) In der Gegenwart haben die Rolle des

Säbelzahntigers oft böse Monopole, Kartelle und Gewerbe-

ordnungen übernommen, die den engagierten Unternehmer

oder Manager am liebsten „fressen“ möchten oder ihm

zumindest jede Menge Steine in den Weg legen.

Es gibt also Helden und Bösewichte sowie Motive. Jetzt

muss noch eine Dramaturgie her. Diese hat, in vielfältigen

Variationen, einen grundsätzlichen Aufbau von drei Akten:

1 . A K T : E X P O S I T I O N O D E R E I N F Ü H R U N G .

Die Situation des Helden wird etabliert, es treten jene

Umstände ein, die ihn auf die Reise schicken: Ein neues

Geschäftsfeld, ein neuer Markt, die Übernahme eines

Mitbewerbers, verschärfte Zulassungsbedingungen. Die

Gegenspieler, die dem Reiseziel entgegenstehen, werden

spürbar. Weiters werden die Charaktere aller Beteiligten,

ihre Kenntnisse und Fähigkeiten eingeführt. Ebenso Mög-

lichkeiten, wie sie über sich hinauswachsen könnten.

2 . A K T : D I E KO N F R O N TAT I O N .

Ein guter Teil des Weges wird zurückgelegt, der Held macht

Fortschritte – bis er meist erstmals scheitert und eine

harte, aber noch nicht vernichtende Niederlage einstecken

muss. Die Gegenspieler feiern einen ersten Triumph. Die

Handlung der Geschichte dreht sich einmal und nimmt eine

überraschende Wende (den sogenannten Plotpoint). Aber

weil der Held noch nicht vernichtet ist, weil er helfende

Charaktere hat, die ihn retten, ist er bereit für den

3 . A K T – D I E A U F L Ö S U N G D E S KO N F L I K T S .

Protagonisten und Antagonisten treffen final aufeinander.

Und weil der Held ein Held ist, findet er im letzten Moment

die Mittel und Möglichkeiten, den Sieg davonzutragen.

Alle diese Bausteine dienen dazu, Emotionen zu wecken.

Emotionen haben Vorrang vor Information und aktivieren

die Menschen dazu, bestimmte Handlungen auszuführen.

„Jede Story braucht einen Grund, warum sie erzählt wird“,

sagt Erich Schönberg, „das ist der wichtigste Baustein.“ Im

Content Marketing heißt das: Wozu gibt es das jeweilige

Unternehmen oder das Produkt? Was ist die eine, zentrale

Botschaft? Was will ich mit der Geschichte auslösen?

Der Aufwand lohnt sich. Denn der Widerstand wichtiger

Zielgruppen gegen plumpe, aufdringliche Werbung nimmt

zu. Zu viel „Push“ stört. „Bei gutem Content Marketing steht

dagegen die freiwillige Informationsaufnahme im Vorder-

grund, der Pull-Effekt“, weiß Experte Schönberg. Die hohe

Kunst sind Geschichten, die gerne weitererzählt und geteilt

werden. Die Belohnungsworte dafür heißen shared und

earned content. Aber wie kann das gelingen?

S T O R Y T E L L I N G

Z E I C H N E D I R D E N T Y P E N A U F !

Wie kann man Storytelling betreiben, wenn man

über die Akteure nicht schreiben darf? Dieser

Frage musste sich Egger & Lerch stellen, als

man

Perspektiven

, ein 24-seitiges Magazin für

die Private-Banking-Kunden der Bank Austria,

konzipierte. Die wohlhabende Zielgruppe bleibt

nämlich gern anonym. Sollte also über Fakten,

Gesetzeslagen, neue Fonds nur berichtet wer-

den? Nein – zu trocken!

Auf Basis einer Studie über die Zielgruppen des

Private Banking kreierte Egger & Lerch Kun-

dentypen, darunter den Hedonisten Sebastian

Sinnesfreund oder als neuen Vermögenden den

Spediteur Ulrich Umlader. Ein Illustrator gab den

Millionären ein Gesicht, die Redaktion skizzierte

Lebensgeschichten. Nun stehen diese Typen

parat, um eher spröde Themen mit einem Schuss

Humor und einer guten Geschichte aufzupep-

pen. So freut sich Sebastian Sinnesfreund, dass

ihm sein Onkel Karl eines Tages die Villa in der

Toskana vererben wird – und zwar korrekt nach

der neuen EU-Verordnung …

F A C T S :

Perspektiven. Private-Banking-Magazin

der Bank Austria

Kunde: Bank Austria

Erscheinung: 4 Mal jährlich

Auflage: 9.000 Stück

Vertrieb: Direktversand an

die Private-Banking-Kunden

Konzept und Umsetzung: Egger & Lerch

01 | JUNI2015

MARKT

„Kämpfen SienichtgegendieZentralbank!“

06

SERVICE

Auf der Suche nach den besten Fonds

18

LEBEN

LudwigReiter: Für den großenAuftritt

22

DASMAGAZIN DES BANK AUSTRIA PRIVATE BANKING

Veränderungbeflügelt

Wenn Sienicht ständig an Spesendenkenmüssen,

treffen SiebefreitdiebestenAnlageentscheidungen.

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