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„ H O L Z I S T S E X Y “

Schwere Holzarbeit, Stallausmisten und die

Herstellung von Rundballen-Silos zaubert

wenigen ein Funkeln in die Augen und gehört

zum harten Alltag der Weizer Landring-Bau-

ernschaft. Mit dem Printmagazin

Kraft am

Land

wollte sich die Genossenschaft der

Landwirte bei den Mitgliedern in Erinnerung

rufen und die Produkte sowie Dienstleistun-

gen, die man vor Ort anbietet, präsentieren.

Mit Storytelling mitten aus dem Leben der

Bauernschaft gelang dieses Vorhaben so

gut, dass sich – wie eine Telefonumfrage

schon nach einem Jahr ergab – viele sogar

an einzelne Reportagen erinnern konnten. Im

Zentrum der jeweiligen Story stehen immer

Menschen, primär Bäuerinnen und Bauern,

die Einblick in ihren Alltag geben. Befindet der

Forstwirt trotz harter Arbeit, „Holz ist sexy“,

wird er selbstverständlich mit Vergnügen im

Magazin zitiert.

F A C T S :

Kunde: Landring Lagerhaus Weiz

Erscheinung: vierteljährlich (2012–2014)

Umfang: 16 Seiten

Konzept und Umsetzung: Fresh Content von

Corporate Media Service Graz

Wo fange ich an? Welche Infor­

mationen sind für den Text

relevant, welche nicht? Schrei-

ben ist manchmal eine Kunst, in

jedem Fall aber ein Handwerk, das

gelernt werden will. Für die ersten

Schritte hilft es, sich an den sechs

journalistischen Ws zu orientieren.

Sie heißen: Wer? Was? Wann? Wo?

Wie? und Warum? „Die Antworten

auf diese Fragen sind jene Fakten,

die einen Artikel ausmachen.

Sie sind das, was der Leser sich

von einem journalistischen Text

erwartet“, sagt Clemens Jager von

der Corporate-Publishing-Agentur

JAGER PR.

Entscheidend ist: Das Wichtigste,

das Besondere muss an den Anfang.

Beantwortet werden muss ein W

auch dann, wenn Sie die Antwort

darauf nicht kennen. Schreiben Sie

also in dem Fall, dass etwas unbe-

kannt ist, unter Umständen einen

Hinweis, dass es dazu in späteren

Ausgaben genauere Informationen

geben wird.

Einen Überblick über die wichtigsten

Fakten bietet auch eine Factbox.

In ihr können die wichtigsten Infor-

mationen noch einmal komprimiert

dargelegt werden. Sie kann jedoch

kein Ersatz für die Beantwortung

dieser Fragen im Text selber sein.

Gemeint ist damit die zentrale Aus-

sage eines Textes in zwei bis drei

kurzen Sätzen – also das, was man

seinem in der Küche werkenden

Partner zuruft, wenn man am Tisch

sitzt, einen interessanten Artikel

liest und dessen wesentliche Aus-

sage ins Nebenzimmer ruft.

Für den Leser hat der Küchenzuruf

den Vorteil, dass er nach der Lek-

türe genau weiß, was ihm vermittelt

wurde. Die Kernbotschaft bleibt

ihm leicht im Gedächtnis hängen.

Für den Autor ist der Küchenzuruf

eine Unterstützung beim Schreiben.

Denn er gibt die Richtung vor, in

die der Text gehen soll. „Das hilft

Ihnen bereits bei der Recherche:

Sie können sie besser eingrenzen

und strukturieren“, so Clemens

Jager. Beim Schreiben selbst dient

der Küchenzuruf als roter Faden

und hilft, sich nicht zu verzetteln.

Denn zu viele Informationen in

einen Text zu packen, bedeutet

nichts anderes, als dass gleichran-

gige Botschaften sich den Rang

ablaufen.

Was heißt eigentlich „journalistisch schreiben“?

Ein Praxis-Tipp von Clemens Jager:

„Schreiben Sie sich die sechs Ws

mit den dazugehörigen Antworten

stichwortartig auf und beantworten

Sie dann jede W-Frage in ganzen

Sätzen. Sie werden sehen, um wie

viel strukturierter Ihr Text wird.“

Das stellt allerdings nur die Basis

dar. Mindestens ebenso wichtig

ist der „Küchenzuruf“. Geprägt

wurde dieser Begriff von Henri

Nannen, dem mittlerweile verstor-

benen Gründer und langjährigen

Chefredakteur des Magazins

Stern

.

P R A X I S - T I P P

Wer den „Küchenzuruf“ und die sechs Ws berücksichtigt, macht schon vieles richtig.