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W E B M A G A Z I N E

Es bewegt sich

was im Netz

Simple Zeitungs-Apps waren gestern. Eine neue Generation von Webmagazinen integriert

Slideshows, Live-Content und Social-Media-Links. Technisch gibt es kaum Grenzen, inhaltlich

ist vieles erlaubt – bis auf plumpe Eigenwerbung.

Von Petra Haller

Die Branche hat nicht geschlafen: Die klassischen Printaus-

gaben von Unternehmens- oder Mitarbeitermagazinen haben

sich schon vor einigen Jahren digital formiert. Der häufigste

und einfachste Zugang lag in der Schaffung einer Zeitungs-App, die als PDF auch online und mobil zur Verfügung

gestellt wurde. Nach und nach reicherte sich diese um neue

Features und Darstellungsformen wie Slideshows, Live-Content, Video- und Social-Media-Integration, Volltextsuche

und Ähnliches an. Was jedoch, wenn die neuen technischen

Features und Inhalte den Rahmen der klassischen App

sprengen, wenn die Infomenge umfangreicher, die Formate

vielfältiger und mehr Interaktionen nötig und sinnvoll sind?

Hier entpuppt sich das „Webmagazin“ als nächster Grad der

Entwicklung. Technisch sind dabei kaum Grenzen gesetzt.

Was immer an Inhalten vorhanden ist, kann mit einigem

Programmieraufwand auch integriert werden. Da bereits

mehr als 50 Prozent des Contents über mobile Endgerä-

te konsumiert werden, ist „responsive Design“ Standard.

Inhaltlich folgen Corporate Webmagazine häufig dem Vorbild

von Online-Auftritten von Medien verlegerischer Herkunft.

Im Vordergrund steht die Information, und diese tritt als

Nachricht, Reportage, Bildstrecke, Servicetipp oder Infografik

in Erscheinung. Auch Newsletter sind ein beliebtes Mittel,

die Leser im Push-Dienst zu erreichen und diese auf die Site

zu holen.

I N F O R M AT I O N S TAT T W E R B U N G

Entscheidend bei Webmagazinen: Das Hauptaugenmerk

liegt auf dem Inhalt. Der Kampf um die Aufmerksamkeit

wütet im Web stärker als in jedem anderen Kanal. Reflek-

tierte Konsumenten sind immer weniger bereit, sich durch

irrelevante PR-Information oder plumpe Werbung unterbre-

chen zu lassen. Der Schlüssel, mit dem sich Augen, Ohren

und Börsen öffnen, heißt schlicht „Interesse“. Das Produkt

dabei zur Gänze in den Hintergrund zu rücken, verlangt so

manchem Unternehmen noch ein Umdenken ab. Es gilt,

Inhalte sowie Formate zu schaffen, die für die Zielgruppe

spannend, wertvoll oder unterhaltsam sind. Nicht der „quick

win“ ist hier entscheidend, es gilt vielmehr eine Beziehung

auf Augenhöhe aufzubauen, Kompetenz zu vermitteln,

Glaubwürdigkeit zu schaffen und damit mittelfristig und

nachhaltig die Kundenbindung zu erhöhen.

Wichtig ist deshalb eine strenge Trennung zwischen

Inhalten und Werbung. Eindeutige Links zu weiterfüh-

renden Produkten oder Leistungen oder zu Webshops

sind erlaubt. Die Vermischung allerdings wird sowohl von

Suchmaschinen als auch von Lesern durchschaut und

mit Verschmähung bestraft. Es lohnt sich, Redaktionen

von Webmagazinen inhaltlich vom Unternehmen oder

Produkten unabhängig zu machen und dies auch eindeutig

zu kommunizieren.

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