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S T O R Y T E L L I N G

Wer besser erzählt,

gewinnt!

Der Weg in Herz und Hirn des Menschen führt über gut erzählte Geschichten.

Das funktioniert bei Shakespeare-Dramen genauso wie bei modernen Kundenmagazinen.

Denn Leser lieben (gute) Geschichten – und deren Erzähler.

Von Tatjana Duffek

Ob Lagerfeuer, Theaterbühne, TV oder Zeitschrift: Aufmerk-

samkeit bekommt nur, wer gute Geschichten erzählt. Das

liegt uns in den Genen. Geschichten waren schon vor mehr

als 25.000 Jahren das Mittel, um Erfahrungen weiterzurei-

chen sowie Regeln und Werte zu vermitteln, also Wissen

weiterzugeben. Und schon damals, wenn die Menschen

rund ums Lagerfeuer saßen, spielten die Faktoren Emotion

und Unterhaltung eine wesentliche Rolle. Der Inhalt konnte

noch so wichtig sein („Wie entkommt man einem hungrigen

Säbelzahntiger?“) – war er nicht interessant und spannend

erzählt, hörte bald niemand mehr zu.

In diesem Punkt haben wir uns seit der späten Steinzeit nicht

verändert. Auch heute noch sind wir zwar süchtig nach Ge-

schichten, werden allerdings täglich von vielen Geschichten

überschwemmt, sodass wir nur noch die besten (be-)merken

– also diejenigen, die spannend sind und uns emotional am

richtigen Punkt erwischen, darunter vor allem solche, die

journalistisch geschrieben und aufbereitet sind (siehe „Was

bedeutet journalistisch schreiben?“ nächste Seite).

H E L D E N U N D S C H U R K E N

Was aber macht eine gute Story aus? Was sind die Zutaten,

damit eine Handlung uns fesselt? Eine gute Geschichte ist

immer die Schilderung eines bedeutsamen äußeren oder

inneren Konflikts und seiner Lösung. Die Hauptperson (der

Protagonist) will oder muss etwas Bestimmtes tun oder

erreichen. Jene Kräfte, die dem entgegenstehen oder das

gezielt verhindern wollen, sind der antagonistische Teil der

Geschichte. Diese Grundformel vom Versuch, Hindernisse zu

überwinden, zeigt sich in allen großen, mittleren und kleine-

ren Geschichten aller Genres.

Ein weiterer, wesentlicher Baustein ist ein interessanter

Protagonist. Also eine Hauptfigur oder eine Gruppe von

Menschen, zu der wir als Publikum so viel Empathie auf-

bauen, dass wir dieser Figur gerne auf ihrer Reise folgen.

Aber Vorsicht vor Kurzschlüssen: „Bei richtig verstandenem

Content Marketing sollte der Held keinesfalls das Unterneh-

men oder das Produkt sein“, sagt Erich Schönberg, Mana-

ging Director für Content Marketing und Corporate Editing

bei der Verlagsgruppe News (VGN), „besser geeignet sind

Mitarbeiter, Kunden oder Lieferanten, die in der Regel ja

auch Herausforderungen zu meistern haben und am Ende

eine Lösung finden.“

G R E T E L U N D D E R G R A F V O N M O N T E C H R I S T O

Motiviert wird die Reise des Helden oft von unerfüllten

Wünschen oder der Suche nach Lösungen für ein Problem.

Gründe für das Interesse des Publikums daran können

Sympathie, Bewunderung, Stärke, aber auch Mitleid für den

Protagonisten sein. Gerade Hauptpersonen, die aus einer

benachteiligten Grundsituation kommen, genießen unsere

besondere Sympathie. Klassiker für diese Konstellation sind ...