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B E W E G T B I L D
und sind bei der jüngeren Zielgruppe beliebt. Laut der
aktuellsten ARD/ZDF-Onlinestudie nutzen 96 Prozent der
jungen Männer zwischen 14 und 29 Jahren Videoportale,
bei der gleichaltrigen weiblichen Zielgruppe sind es
immerhin 78 Prozent. Doch auch das Alter schützt nicht
vor Videos: 30 Prozent aller ab 60-Jährigen schauen sich
bewegte Bilder im Internet an.
E I N S E N D E R Z U M H E R Z E I G E N
Im Jahr 2010 begann der Wiener Verlag Albatros Media
als einer der Vorreiter, in den langsam in Fahrt kommen-
den Zug einzusteigen. Geschäftsführer Peter Morawetz
und sein damals im Unternehmen tätiger Sohn Bernhard
erkannten den Trend, wollten jedoch „das neue Angebot
für Bewegtbild nicht nur auf die Visitenkarte schreiben,
sondern auch etwas herzeigen“, wie Peter Morawetz
betont. Daraus entstand ein in Österreich bislang einzig-
artiges Produkt: Das Web-TV-Medienmagazin MM flash
(mmflash.at), das seit 2011 allwöchentlich News aus der
Medien- und Werbebranche covert und darin eine abso-
lute Vorreiterrolle einnimmt. „MM flash ist unsere Speer-
spitze für Aufträge im Bereich Unternehmensvideos“,
sagt Morawetz, der im Geschäftsfeld Corporate Videos
weiter expandieren wird – auch in Deutschland, wofür
er vor kurzem einen neuen Gesellschafter gefunden hat.
„Für Unternehmen ist es sexy, ein Video zu haben. Dieses
Segment wird in den nächsten Jahren zweistellig wach-
sen“, ist der Gründer von Albatros Media optimistisch.
Allerdings müssen dafür auch einige Hürden überwun-
den werden. Der größte Denkfehler der Kunden sei deren
Annahme, mit der Beauftragung und Fertigstellung eines
Videos sei der Prozess abgeschlossen, so Morawetz.
Anbieter wie Albatros Media nehmen daher von der Pla-
nung bis zur Umsetzung auch eine beratende Funktion
hinsichtlich Zielgruppen und Distribution ein. „Die fachli-
che Beratung gehört zu unserer DNA“, so Morawetz.
E I N V I D E O F Ü R A L L E K A N Ä L E ? L E I D E R N E I N .
Für Clemens Nechansky ist die dynamische Entwicklung
beim Bewegtbild mittlerweile Alltag geworden. „Weil es
immer neue Ausspielungskanäle gibt, wird ständig viel
experimentiert“, sagt der Redaktionsleiter von Albat-
ros Media. Ein einziges Video für alle Kanäle ist zwar
bisweilen der Wunsch des Kunden, jedoch in der Praxis
unrealistisch. Wobei nicht nur die Technik, sondern auch
die passende Länge völlig falsch eingeschätzt wird:
„Ein Fünf-Minuten-Video funktioniert vielleicht auf der
Unternehmens-Website, ist jedoch für Facebook oder
Twitter viel zu lange“, gibt Nechansky zu bedenken. Und
nicht zuletzt sind es die zeitlichen Produktionserforder-
nisse, die bei manchen Auftraggebern für Überraschung
...
Ein Kind im Kranken-
haus, das trotzdem
lacht und mit der roten
Clowns-Nase spielt:
Mit dem Einfangen die-
ser Stimmung animiert
das von Styria Content
Creation produzierte
Video zur Teilnahme
am Charity-Lauf
zugunsten der Roten
Nasen. Aufwand: Ein
halber Tag Dreh, ein
halber Tag Filmschnitt.
Mehrwert: Für seinen Public-Value-Bericht beauf-
tragte der ORF Albatros Media mit der Produktion
eines Videos, das den öffentlich-rechtlichen
Mehrwert des Senders unterstreichen soll.
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