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Wer hat es noch nicht erlebt: Das Foto, das einen neugierig

macht und berührt und so in eine Story hineinzieht. Men-

schen sind zwar Leser, aber vor allem auch „Augenwesen“.

Daraus resultiert die Macht der Bilder. Wir können uns ihnen

nicht entziehen. Bilder erzeugen Gefühle, sie können begeis-

tern, manipulieren, verstören oder euphorisieren – und sind

damit ein wichtiger Anker im Informationsfluss.

Umso bedeutender ist es für ein Unternehmen, seine

Bildsprache für den Außenauftritt genau zu definieren.

Ob Homepage, Newsletter oder gedrucktes Magazin: „Die

optische Umsetzung hat in den letzten Jahren einen sicht-

bar größeren Stellenwert in der Kommunikationsbranche

erlangt“, sagt Kathrin Schuster, Redaktionsleiterin des RG

Verlages und Chefredakteurin der Frauenzeitschrift

Maxima,

die für die REWE international AG gestaltet und produziert

wird. Immer stärker nutzen Printmedien die Fähigkeiten kre-

ativer Fotografen und Illustratoren, um ihre textlichen Inhalte

zu visualisieren. So können Themen vielfältig und individuell

umgesetzt werden.

Doch das ist manchmal leichter gesagt als getan. Denn oft

sind die Inhalte sehr komplex, um sie leicht zu bebildern,

oder das Thema ist nicht besonders appetitlich. Ein Beispiel

aus der Pharmabranche illustriert das: Ein Unternehmen

legt den Schwerpunkt seines Kundenmagazins im Frühling

auf das Thema Wurmbekämpfung bei Haustieren. Fotos

von diversen Band-, Faden- und Spulwürmern machen sich

nicht gut in einem Heft, das von Tierbesitzern beim Tierarzt

durchgeblättert wird. Viel positivere Emotionen rufen dem

Text beigestellte Fotos von schönen, gesunden Hunden auf

Blumenwiesen oder von kuscheligen Hauskatzen hervor.

Möchte das Unternehmen dennoch auch die gefährlichen

Parasiten zeigen, bietet sich als Stilmittel die Illustration

bedeutend gefälliger an als Fotos von Würmern im Reagenz-

glas.

Es ist für Unternehmen daher durchaus ratsam, hier auf die

Erfahrung von Profis zu bauen. „Corporate-Publishing-Verla-

ge und -Agenturen wissen um die Wirkung von Bildern und

um die Möglichkeiten, positive Emotionen zu erzeugen und

so Interesse zu wecken“, sagt Schuster, „Artdirektoren und

Bildredakteure sind Spezialisten und kennen viele Wege,

Inhalte optisch möglichst wirksam zu gestalten.“

Anker im

Informationsfluss

Bandwürmer im Bild bei einem Artikel über Parasiten? Passfotos zur

Illustration eines Interviews mit dem neuen Chef? Bitte nicht. Denn

die „Macht der Bilder“ verkehrt sich leicht ins Negative. Und es gibt

immer eine bessere Möglichkeit für die optische Umsetzung eines

Themas. Auch für kleine Budgets.

Von Nini Tschavoll

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