48
W E R M A C H T WA S
„Wir wollten eine schlüssige Geschichte erzählen, durch die
unser Unternehmen besser verstanden wird“, nennt Ilona
Matusch, Leiterin Unternehmenskommunikation von Wien
Energie, das Ziel des Geschäftsberichts. Als Partner holte
sich der Energieversorger
Egger & Lerch
an seine Seite.
Matusch: „Uns war ein Partner wichtig, der journalistisches
Denken und Blattmacherqualitäten mitbringt.“
Egger & Lerch entwarf eine Dramaturgie, die den Leser
durch die Welt der Wien Energie führt. Für Abwechslung
sorgen Infografiken, Interviews, Reportagen und Story-
telling-Elemente. Durch bewusst gesetzte Akzente wie spre-
chende Headlines, Zitate, Kästen und „Infos auf einen Blick“
bleiben selbst beim schnellen Durchblättern die wichtigsten
Inhalte hängen. Bei genauerem Lesen erschließt sich ein
fundiert recherchiertes Fachmagazin.
Auch bei der Gestaltung des zahlenlastigen Lagebe-
richts im hinteren Teil zahlt sich Magazinkompetenz aus.
„Wir wollten keine Bleiwüste“, betont Gerhard Mészáros,
Redakteur bei Egger & Lerch. „Man kann auch trockene
Informationen auf eine gefällige Art aufbereiten. Wir sind
Journalisten und nutzen Geschäftsberichte oft selbst zum
Recherchieren. Deshalb war es uns wichtig, das besser zu
machen, worüber wir uns schon oft geärgert haben!“
Der „Tag der Industrie“ ist ein Großereignis für die Industriel-
lenvereinigung mit hunderten prominenten Gästen, u. a. dem
Vizekanzler. Um für einen möglichst großen Nachhall der
Veranstaltung zu sorgen, gestaltete der
Industriemagazin-
Verlag
eine achtseitige Beilage im großen Zeitungsformat.
Diese wurde der Tageszeitung Presse beigelegt sowie
den IV-Mitgliedern per Post zugestellt. Die Auflage betrug
100.000 Stück – sehr groß für ein Corporate-Publishing-Pro-
dukt. „Grafisch nahmen wir uns den großflächig arbeitenden,
modernen Tageszeitungsstil der Skandinavier zum Vorbild“,
sagt Daniela Friedinger-Stefan, Chefredakteurin Corporate
Publishing beim Industriemagazin-Verlag. Die ganz große
Herausforderung der Zeitung für den Tag der Industrie
war, das Ganze tagesaktuell zu produzieren – und dies in
kürzerer Zeit, als bei Tageszeitungen üblich. „Die Podiums-
diskussionen, über die berichtet wurde, fanden teilweise erst
nachmittags statt“, sagt Friedinger-Stefan, „das Interview
mit Vizekanzler Reinhold Mitterlehner sogar erst am späten
Nachmittag.“ Noch am selben Abend musste ein pdf der
Zeitung fertiggestellt werden, damit es am folgenden Tag in
Druck gehen konnte.
TAG DER
INDUSTRIE
Menschen. Unternehmen. Zukunft.
2016
05
Die EU als
internationaler
Akteur
WelcheHandlungsfeldermussdieEUnunmehr
priorisieren,umdiesegroßenHerausforderungen
erfolgreichzubewältigen?Eineverstärktegemeinsame
Außen-undSicherheitspolitik scheintunerlässlich. Ist
diesbeigleichzeitigerWeiterentwicklungderEUals
Wirtschaftsunionmöglich?
„AlsexportorientiertesLand
brauchenwirguteund faire
HandelsverträgewiemitKanada.
DavonhängenArbeitsplätzeund
Investitionenab.DieoffenenFra-
gen lassen sich sachlich lösen.“
ReinholdMitterlehner,VizekanzlerundBundesminister
fürWissenschaft,ForschungundWirtschaft
„Europa steckt inderKrise,weiles
nichtgelingt,diegroßenThemen
unsererZeitzu lösen.Dochdas
istkeinVersagenderEU-Institu-
tionen, sonderndernationalen
Regierungen,dienurallzugern
ihreigenesVersagenaufBrüssel
schieben.“
Mag.GeorgKapsch,Präsidentder Industriellenvereinigung
06
Arbeit und
technologischer
Wandel
DieDigitalisierungderWirtschaft istkeinvorüberge-
hendesPhänomen– imGegenteil.Mehrdenn je ist jetzt
eindisruptiverUnternehmergeist inWirtschaftwie
Politikgefragt,derdieChancenderDigitalisierungzur
MehrungdesWohlstandes tatsächlichergreift
.
07
Der Wettlauf
um die besten
Hände und Köpfe
Skills-Prognosenbesagen,dasszukünftigMenschen
mithohenundmittlerenQualifikationengebraucht
werden,um im internationalenWettbewerbmithalten
zukönnen.WelcheWegegibtesausdiesemDilemma?
IstdieDigitalisierungvonBildungeineLösung?
Sonderveröffentlichung,
22.September2016
Quo vadis,
Europa!?
Die EU steht am Scheideweg:
Gelingt jetzt derNeustart – oder
befindenwiruns am Ende der
europäischen Integration?
D
asbisherUndenkbare ist tat-
sächlichpassiert:DieBürger
Großbritannienshaben sich
entschlossen,derEuropä-
ischenUnion Lebewohl zu
sagen.DasReferendum–mit
einerhistorischhohenWahlbeteiligungvon
über70Prozent–markiertdenbisherigen
Höhepunkt einerGlaubwürdigkeits-undVer-
trauenskrise,dievorwenigen Jahrennoch
völligunvorstellbar schien.KeinWunder:
WährendüberzeugendeAntworten aufdie
großenFragenunsererZeit–Migration,
GlobalisierungoderArbeitslosigkeit– aus-
bleiben,werdenKleinigkeiten– etwadie
Wirkkraftvon Staubsaugern– zentraleuropä-
isch reguliert.
Wohin führtderWegEuropas?Kanndas
Ziel,wiemanchemeinen,nurdarin liegen,
dass sichdieUnion auf ihreKernkompeten-
zen–denFreihandel– zurückbesinnt?Oder
sollenweiterenationaleZuständigkeitenwie
Sicherheit,Verteidigungund Sozialpolitik an
Brüssel abgegebenwerden?Undwenn ja,
hatdieUnion in ihremderzeitigenZustand
dazuüberhauptnochdieKraft?Dendies-
jährigenTagder Industrie stelltedie Industri-
ellenvereinigungunterdenTitel „Quovadis,
Europa?“.HochkarätigeExperten zeigten am
vergangenenDonnerstag imHausder In-
dustrie inWienWegevor,umdieUnion aus
ihrerderzeitigenProblemlage zu führen.
„MehrEuropa,wonötig.“
„Europa steckt inderKrise,weil esunsnicht
gelingt,die großenThemenunsererZeit zu
lösen“, sagtGeorgKapsch,Präsidentder
Industriellenvereinigung,durchaus selbst-
kritisch.DochdieVertrauenskrise seinicht
unbedingtnurdurch einVersagenderEU-In-
stitutionen entstanden, sondernvor allem
durchdasHandelndernationalenRegierun-
gen. „Denndie schiebennur allzu gerne alles
Negative aufBrüssel.“Dieösterreichische
IndustriehingegenbrauchemehrEuropa.
Manbenötige einePhasedereuropäischen
KonsolidierungundderWeichenstellungen,
die einweiteresZusammenwachsen „wie
auch schon jetzt indurchausunterschiedli-
chenGeschwindigkeiten“ ermöglicht.
GemeinsameSicherheitspolitik.
EinZusammenwachsen etwa imBereich
einergemeinsamenAußen-und Sicherheits-
politik.DerAufbau europäischerSicher-
heits-undVerteidigungsstrukturen sowiedie
Schaffung einereuropäischenArmee stellt
einElementderForderungennachmehr
EuropäischerUniondar. „Wie sollenwir
unsdenn sonst inderFlüchtlingskrise,der
Ukraine-KriseodergegenüberRusslandund
derTürkei glaubwürdigpositionieren?“,meint
etwaKarl-HeinzKopf, zweiterPräsidentdes
Nationalrates, in einerPodiumsdiskussion.
ZentralepolitischeVerantwortung indiesem
Bereich fordert auchGeraldKnaus,Vorsit-
zenderderEuropäischen Stabilitätsinitiative:
„Ich komme gerade aus einemFlüchtlingsla-
ger inGriechenlandund ich stelle fest, inder
MigrationspolitikversagtEuropa aufganzer
Linie.Esgibt keine zentrale Instanz,diedie-
ses klassisch europäischeThema koordiniert.“
MehrLegitimation, straffere
Strukturen.
„Europabraucht LeaderundmehrLeader-
ship“,postuliertePolensVizepremierMateusz
Morawiecki in seinerKeynote.Anbeidem
fehle esderzeit, auchweil es an Legitimation
und andendafürnötigen Strukturen fehlt,
ergänztKapsch.Eine stärkereBürgerbe-
Der Geschäftsbericht
als Magazin
Industrie-News
frisch vom Tag
Trockene Materie
mit Illustrationen
und Infografiken
spannend auf-
bereitet: der
Geschäftsbericht
der Wien Energie




