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H A N D G E M A C H T

Handwerk statt

Massenware

Müssen bei Illustrationen zum Thema „Innovation“ immer Glühbirnen aufleuchten oder

smarte Menschen Formeln auf gläserne Tafeln schreiben? Nein, müssen nicht. Denn

neue Bildwelten, gestaltet aus Lego-Männchen, Knetmasse, Pflanzen oder Zuckermasse,

gestrickt oder auch mal geschweißt, sind eine kreative Alternative. Und ein neuer Trend.

in der Gestaltung.

Von Renate Süß und Brigitte Radl

Wachstum, Dienstleistung, Know how – das sind für Un-

ternehmen zentrale Themen. Und für Gestalter von Medien

eine echte Herausforderung, weil komplex und abstrakt.

Deshalb greifen kreative Grafiker gerne zu Schere und Kleb-

stoff, backen Kuchen oder stricken, wenn sie ein Magazin

layouten. Sie suchen dann nach neuen visuellen Lösungen

abseits des Mainstreams – und gestalten neue Bildwelten.

„Ein Großteil unserer Arbeit findet am Bildschirm statt – da

ist auch viel Routine dabei. Wenn wir Bildwelten selber kre-

ieren, tritt plötzlich das Künstlerische in den Fokus“, erklärt

Anika Reissner, Grafikerin bei Egger & Lerch, warum der

H A N D G E F E R T I G T F Ü R

B U S I N E S S K U N D E N

Was zeigt man auf dem Cover des

B2B-Kundenmagazins eines Chemie-

konzerns? Graue Fabrikanlagen, grin-

sende Stockfoto-Frauen oder wahllos

austauschbare Technik-Abstraktionen?

Alles nicht sehr spannend! „Wir

möchten, dass das Magazin auf den

Schreibtischen der CEOs, Bürgermeister

oder Kläranlagenverwalter positiv

auffällt“, erklärt Egger-&-Lerch-Agentur-

leiterin Andrea Höbarth. Die Lösung: Die

Grafikerinnen der Agentur produzieren

Ausgabe für Ausgabe einmalige bunte

Papiercollagen für Cover und Innen-

seiten. Dieser spielerische Zugang

passt perfekt zum Textstil des Maga-

zins – Storytelling im Sinne von „Die

Liebesgeschichte der Ionen“. So ent-

steht ein harmonisches Gesamtwerk,

das die „Elemente“ von Magazinen des

Mitbewerbs deutlich abhebt.

F A C T S :

Herausgeber: Donau Chemie

Zielgruppe: B2B-Kunden

24 Seiten, 8.000 Stück, 2 mal jährlich

Konzept & Umsetzung: Egger & Lerch

neue Trend den Kreativen so gut gefällt. Seit letztem Jahr ist

sie verantwortlich für die Scherenschnitte in der Kundenzeit-

schrift der Donau Chemie.

L E I D E N S C H A F T F Ü R D I E I D E E

Eines der in den letzten Jahren wohl aufsehenerregends-

ten Beispiele im deutschsprachigen Raum produzierte die

Münchner Agentur grasundsterne mit dem Jahresbericht

2014 für das Münchner Landesklinikum. Hier wurden in

mühevoller Kleinarbeit tausende Nägel eingeschlagen und

mit Fäden zu Bildern vernetzt. „Wir leisten öfter Handarbeit, ...