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H A N D G E M A C H T
gießen Covers aus Saucen oder bauen Dinge für Fotoshoo-
tings“, sagt Sabine Bloch von grasundsterne. „So etwas wie
die Arbeit für den Jahresbericht machen wir aber nicht jeden
Tag, denn wirtschaftlich ist das nicht. So etwas geschieht
aus Leidenschaft an der Idee.“ Häufig sieht man daher hand-
gebastelte Bildwelten allerdings nicht in Magazinen. Eine
Umwegrentabilität gäbe es, so Bloch, aber durchaus: „Wir
haben damit Awards gewonnen und Aufmerksamkeit erregt.“
H A N D A R B E I T I S T S P Ü R B A R
Handgefertigte Bilder halten sich aber auch oft in ei-
nem wirtschaftlichen Rahmen. „Unsere Handwerk-Covers
sind meist nicht aufwändiger als ein Fotoshooting – vor
allem, wenn man die Leute im Haus hat, die’s können“, so
Egger-&-Lerch-Agenturleiterin Andrea Höbarth. Aber warum
muss überhaupt Hand angelegt werden? Könnte man heute
nicht alles auch digital erstellen? „Die Plastizität wird nur
durch Handarbeit spürbar“, sagt Sabine Bloch.
E I N S T Ü C K V O M
I MM O B I L I E N K U C H E N
„Kommunale Immobilien boomen und jeder
will ein Stück vom Kuchen.“ So umriss Heimo
Rollett, Chefredakteur der „Immobilien-
wirtschaft“, den Inhalt der Coverstory. Wie
aber setzt man den Begriff „kommunale
Immobilien“ bildlich um? „Mit dem Kuchen
wär das leichter“, scherzte Egger & Lerch
Grafikerin Vera Kapfenberger. Was spaßig
gemeint wurde, erwies sich als goldene Idee.
Zunächst wurde an eindachten die Grafiker
an einen Torten-Dummy aus Kunststoff.
Doch weil auch einzelne Kuchenstücke
fotografiert werden sollten, reichte das aus.
Damit ein ganzes Dorf Platz hat, ließ Egger &
Lerch aus 16 Eiern eine Torte im Überformat
backen. Das Dorf samt Rathaus, Müllauto,
Kinderrutsche und Ententeich wurden dann
aus Zuckermasse geformt.
F A C T S :
Zielgruppe: Immobilieninvestoren und
–interessierte
Print: 44 bis 60 Seiten + Online-Umsetzung
80.000 Stück, 4 mal jährlich
Herausgeber, Konzept & Umsetzung:
Egger & Lerch
Anika Reissner bestätigt das: „Der Profi sieht an den Schat-
ten und Perspektiven den Unterschied.“ Und der Laie? „Der
spürt ihn ebenfalls“, ist Reissner überzeugt. Ohne digitales
Feintuning kommt allerdings auch das moderne Handwerk
nicht aus. Bevor die Werke als Foto ihren Weg ins Magazin
finden, werden beispielsweise Schatten oder Lichtreflexe
nachbearbeitet, damit sie ideal zur Geltung kommen. ¶
Musterbeispiel für ein
„handmade“ Cover: Der
Jahresbericht für das
Münchner Landesklinkum
von der deutschen
Agentur grasundsterne.
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