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C R O S S M E D I A
5 . ) W E R ?
Last but not least: Es wird viel über Content Marketing
geschrieben. Paid Media, Owned Media, Earned Media,
Trends. Wenig davon beschäftigt sich mit der Zielgruppe.
Stellen Sie die erste Frage im Unternehmen – Was wollen
und können wir mitteilen? – hintan und versuchen Sie es
damit: Was wollen die da draußen eigentlich von uns?
Wer „nichts“ oder „ihre Ruhe“ antwortet, bewegt sich zwar
im gesellschafts- und medienkritischen Mainstream, sollte
sich aber um einen anderen Job bemühen. Denn: „Gerade
weil unser aller Aufmerksamkeit von Werbung, Info und
Unterhaltung geflutet wird, suchen wir Inhalte, die uns
im Alltag auf unseren bevorzugt verwendeten medialen
Plattformen rasch und zielführend weiterhelfen“, sagt
Harald Kopeter, „seien Sie versichert: Zu absolut jedem
Produkt und zu jeder Dienstleistung gibt es wissenswerte,
unterhaltsame, relevante Inhalte für die Zielgruppe, Ihre
‚Persona‘. Lernen Sie sie kennen, schauen Sie, wo Sie sie
treffen, und haben Sie keine Scheu davor, sie mitreden
und mitgestalten zu lassen.“ ¶
Die Kundenmagazine von Media
Markt und Saturn bieten viel Lese-
stoff. Und per Link eine Abkürzung
in den Online-Shop.
Am Anfang war das Wort. Seit
2009 setzten Media Markt und
Saturn in Österreich auf eigene
Kundenmagazine. Mediamagazin
und Saturn Magazin erscheinen
zehn Mal im Jahr mit einer Gesamt-
auflage von 400.000 Stück und
werden in den eigenen Märkten
sowie über Vertriebskooperationen
verteilt. Was als reines Printpro-
dukt begann, hat sich längst zum
crossmedialen Medium entwi-
ckelt und wurde in den letzten
Jahren um multimediale Tablet- und
E-Paper-Ausgaben ergänzt. Für die
Umsetzung des Projektes zeichnet
der Weekend Verlag verantwortlich.
360°-Ansatz
Das Herzstück der crossmedialen
Kommunikationsstrategie stellt
die Produktion der Printausgaben
Soo! muss Kommunikation
dar. Ein Team von kompetenten
Journalisten und Grafikern produ-
ziert monatlich jeweils 100 Seiten
von
Mediamagazin
und
Saturn
Magazin
. Thematisch findet sich
darin ein interessanter Mix aus
Trendthemen, Produktvorstel-
lungen und Reportagen wieder.
Die Redaktion zeichnet auch für
die Tablet-Ausgaben der beiden
Magazine verantwortlich. „Für
diese Editionen, welche für Apple,
Android und Windows verfügbar
sind, werden ausgewählte Artikel
aus dem Print-Produktionsprozess
heraus in puncto Storytelling neu
gestaltet und mit interaktiven
und multimedialen Elementen
angereichert“, sagt Hans Huber,
Geschäftsführer des Weekend
Verlags. Die Ausgaben werden
über die jeweiligen App-Stores
vertrieben.
Multimedia auch am Desktop
Seit 2014 bereichert ein multimedi-
ales E-Paper den Kommunikations-
B E S T P R A C T I C E
!
mix. Dieses ist über die jeweilige
Unternehmensseite aufrufbar.
Inhaltlich identisch mit der Print
ausgabe, werden interaktive
Elemente in das am PC durch-
blätterbare Magazin eingepflegt.
Dazu gehören Videos, Fotogalerien
und Animationen. Einen beson-
deren Stellenwert nehmen dabei
spezielle Links ein, die direkt in die
Online-Shops von Media Markt und
Saturn verweisen und so den Kauf
prozess fördern. Die Produktion der
E-Paper-Ausgaben erfolgt unmittel-
bar im Anschluss an die Erstellung
der Printmagazine.
Content für das Web
Die Inhalte aus den Magazinen wer-
den von Media Markt und Saturn in
filetierter Form auch für die Kom-
munikation auf den firmeneigenen
Websites verwendet. „Ein wichtiger
Aspekt ist auch die Verwendung
des Contents in den Social-Me-
dia-Kanälen von Media-Saturn“,
so Hans Huber, „im besten Fall
ziehen sich hier Online- und
Magazin-Medien gegenseitig.“ So
wurde etwa eine österreichweite
Geocaching-Schatzsuche in den
Magazinen angeteasert und online
weitergeführt. Im Gegenzug werden
auch Aktionen der Printtitel im
Internet beworben. Auf diese Weise
lassen sich crossmediale Events
inszenieren, in denen Offline- und
Online-Medien auf intensive Weise
zusammenwirken.
Enge Abstimmung
Ein Erfolgsgeheimnis in der Bewäl-
tigung der komplexen Produk-
tionsstruktur liegt in der engen
Abstimmung zwischen Kunden und
Dienstleister. Sowohl bei Media-Saturn als auch im Weekend Verlag
gibt es konkret eine handelnde
Person, die mit der jeweiligen
Gesamtverantwortlichkeit als
auch Entscheidungskompetenz
ausgestattet ist. Dadurch ergeben
sich kurze Entscheidungs- und
Gestaltungswege.




